Erlebnisbericht zum Familienwochenende des GKS-Kreises Bonn

GKS WEST / Kreis Bonn / 05. - 07.10.2018

Erlebnisbericht zum Familienwochenende der Gemeinschaft Katholischer Soldaten des GKS-Kreises Bonn vom 5. bis 7. Oktober 2018 im Hotel Klaukenhof in Lennestadt im Sauerland

Vom 5.-7.Oktober 2018 war es wieder einmal so weit: 
10 Familien mit insgesamt 29 Teilnehmern, davon 11 Kindern haben die Einladung von Herrn Adrian Valette angenommen und zogen für drei Tage mit zwei Übernachtungen in das landschaftlich idyllisch gelegene Hotel Klaukenhof in Lennestadt - Burbecke ein.
Nach dem Abendessen versammelten sich die Teilnehmer im Tagungsraum zur Begrüßung mit anschließender Vorstellungsrunde. Es zeigte sich, dass neben einem ‚harten Kern‘ auch wieder mehrere Familien willkommen geheißen werden konnten, die zum ersten Mal an einem solchen Familienwochenende teilnahmen.
Die meisten Erwachsenen nutzten anschließend die Gelegenheit, mit anderen ins Gespräch zu kommen, während die Kinder gerade wegen der bereits eingetretenen Dunkelheit in den Spiel-und Gesellschaftsräumen einfach miteinander spielten.
Diskussionsrunde w
Nach dem Frühstück begann das Samstagsprogramm mit einem Vortrag von Herrn Dr. Aziz Fooladvand zum Thema „Leitfiguren – Brauchen wir noch Vorbilder“.
Er selbst unterrichtet islamische Religion an der Freiherr-vom-Stein Realschule in Bonn-Tannenbusch.
In seinem Vortrag stellte er dar, dass Vorbilder Handlungs-und Verhaltensmuster weitergeben, bei denen es sich inhaltlich um Werte handelt. Werte gelten allgemein als erstrebenswert, moralisch und ethisch als gut und es handelt sich um Wesensmerkmale einer Person innerhalb einer Wertegemeinschaft. Er erklärte, wie sich diese seit der Antike über die Phase der Aufklärung bis in die Moderne weiter entwickelt haben.
Es wurden auch differenzierte Betrachtungsweisen vorgetragen, beispielsweise aus der Zeit der Griechen und Römer, aber auch ganz konkret von Sigmund Freud, Schorlemmer, Maximilian Maria Kolbe, Immanuel Kant, Voltaire u.v.a. .
In den letzten 50 Jahren habe die Ökonomisierung der Welt insbesondere durch die Konzerne die Veränderungen in den Werten stark beeinflusst. Als Kern dieser Veränderungen hat er die Kommerzialisierung aller Lebensbereiche identifiziert. Diese äußern sich unter anderem in Habgier und Gleichgültigkeit. Heutige Vorbilder seien organisiert und lebten eine entsprechenden Kult vor (z.B. Shopping, Körperkult, Sexismus, Fußball (z.B. Vereinsfriedhöfe), Schönheits-OPs). Die dadurch gestiegene Komplexität der Welt führe zu einer Orientierungslosigkeit, die einfache Antworten begünstige bzw. hervorrufe. Erscheinungsformen dieser Vereinfachungen seien u.a. Salafismus und Radikalisierung. Für Heranwachsende entstehen dadurch Gefahren wie Desorientierung und Entmoralisierung.
Daher spielen Bezugspersonen und Bezugsgruppen eine wichtige Rolle als Vorbilder. Diese finden sie vor allem in der Familie (Oase des Friedens) und in der Schule (Lehrer haben als Bezugsperson auch einen Erziehungsauftrag).
Auch der Glaube spielt eine wichtige Rolle, verheißt er doch im Christentum das Reich Gottes. Er stellte auch die Frage, ob Jesus als Wegweiser dienen könne. Er kam zu der Aussage, dass Jesus sehr praxisbezogen lebte und ihm eine Jenseitsvertröstung fern gelegen habe. Er wollte vielmehr die Lebenswirklichkeit neu gestalten.
In der heutigen Zivilgemeinschaft gebe es durchaus Leitfiguren wie Greenpeace, Amnesty International, Ärzte und Reporter ohne Grenzen, die Vorbildfunktionen übernehmen könnten.
Die anschließende Diskussion war lebhaft und interessant und die Zeit verrann wie im Fluge.
Nach dem Mittagessen stand bei herrlichstem Herbstwetter ein anspruchsvoller Spaziergang zur Skihütte in Halberbracht auch dem Programm. Dort erwarteten uns leckere Waffeln mit heißen Kirschen und Sahne.
Nach der Rückkehr zum Hotel lockte dort der vorgeheizte Grill neben der Lustscheune, wo ein leckeres Abendessen auf die hungrigen ‚Mäuler‘ wartete. Bei bester Stimmung und mit vielen Gesprächen verbrachte die Gruppe den Abend und die meisten gingen nach einem ereignisreichen, durchaus anstrengenden und schönen Tag doch erschöpft zu Bett.
Gottesdienst w
Zum Frühstück am Sonntagvormittag war nach anderen beruflichen Verpflichtungen nun auch Herr Militärdekan Treier angereist und begrüßte uns alle persönlich und auf das Herzlichste.
Anschließend trafen sich alle Teilnehmer, um ein Resümee zu ziehen. Schon zu diesem Zeitpunkt konnte den Organisatoren und Herrn Dr. Aziz Fooladvand Dank gesagt werden für eine perfekte Organisation und Betreuung sowie ein tolles Programm. Auch wurde die sehr angenehme und freundschaftliche Atmosphäre gelobt.
Die Feier der Heiligen Messe wurde in der Burbecker Kapelle durchgeführt.
Herr Militärdekan Treier verknüpfte das aktuelle Predigtthema mit dem Thema des Vortrages am Vortage. Dabei standen die Ehe und die Kinder im Mittelpunkt. Die Kinder trugen eigene Fürbitten vor, die das Ganze abrundeten.
Das Gruppenfoto wurde dieses Mal in der Kapelle aufgenommen.
Blieb noch das Mittagessen einzunehmen und sich zu verabschieden.
Nach einem ereignisreichen und dennoch erholsamen Wochenende hieß es wieder einmal Abschied nehmen aus einer tollen Gemeinschaft und von einem schönen Ambiente.
 
Autor: Hartmut & Silvia Kaden
Fotos: Silvia Kaden